"Ich denke da gibt es in Südtirol viele Ideen, welche mit diesem Geld auch umgesetzt werden können."

Warum unterstützen Sie Südtirol Shop? Warum ist der lokale Handel wichtig?

Gerade diese Monate der Corona- Pandemie zeigen, wie wichtig es ist, dass lokale Kreisläufe funktionieren und die Menschen versorgt werden.

Ich glaube auch, dass diese Zeit den Handel vor große Herausforderungen stellt und wenn Südtirol Shop hier einen Beitrag leisten kann, unterstütze ich das gerne.

Sie sitzen im Europaparlament. Was tut die EU für den lokalen, regionalen Einzelhandel?

Wir arbeiten gerade an einer neuen Strategie mit dem Namen Farm-To-Fork – also vom Hof auf den Teller und ich bin im EU- Parlament für die Berichterstattung dieser Strategie verantwortlich. Dabei ist es mir besonders wichtig, die Bedeutung lokaler Kreisläufe in der Lebensmittelversorgung aufzuzeigen. Natürlich kann die Europäische Union den lokalen, regionalen Einzelhandel nur teilweise beeinflussen, aber es gibt schon Möglichkeiten. Ich denke dabei z.B. an die öffentlichen Ausschreibungen, oder auch an eine bessere Gesetzgebung für den Online-Handel, der verhindert, dass die globalen Giganten Vorteile haben, mit denen kleinere Online-Händler und vor allem lokale Anbieter nicht mithalten können.

In vieler Munde war das größte Konjunkturpaket der EU der Geschichte. Wie könnten sich diese Geldmittel im täglichen Leben auch im Südtirol bemerkbar machen?

Ich hoffe sehr, dass dies Geld auch in Südtirol ankommt. Der Wiederaufbaufonds heißt ja Next Generation EU – es geht also darum, den Staaten unter die Arme zu greifen, damit sie in die Zukunft investieren und Europa zukunftssicher machen. Es geht also nicht unbedingt darum, in dieser Corona- Pandemie Hilfspakete für diejenigen zu schnüren, die besonders unter der Pandemie leiden, das ist Aufgabe der Staaten und bei uns auch des Landes. Vielmehr geht es darum, große Investitionen zu fördern und ich denke da gibt es in Südtirol viele Ideen, welche mit diesem Geld auch umgesetzt werden können. 

Wie arbeiten die EU-Mitgliedstaaten zusammen, um die COVID 19 Auswirkungen besser eindämmen zu können?

Leider haben die Staaten in den vergangenen Monaten nicht immer optimal zusammengearbeitet um die großen Herausforderungen gut meistern zu können. Wir versuchen zwar in vielen Bereichen, wie z.B. im Bereich der Mobilität, aber auch in der nun anlaufenden Impfkampagne die Staaten eng zusammen zu bringen und ich glaube, davon profitiert der Kontinent auch. Wir sehen aber auch viele Einzelwege und kurzfristige Entscheiden in den Mitgliedstaaten und Regionen, welche die Dinge nicht immer erleichtern.

Was wünschen Sie sich für 2021?

Ich wünsche mir, dass wir alle möglichst gesund so schnell wie möglich aus der derzeit schwierigen Situation herauskommen und unser gewohntes, normales Leben wieder zurückbekommen. Nach dieser Erfahrung werden wir dieses wieder etwas mehr zu schätzen wissen. 

Herbert Dorfmann

Gerade diese Monate der Corona- Pandemie zeigen, wie wichtig es ist, dass lokale Kreisläufe funktionieren und die Menschen versorgt werden.